Mystisches Schottland

Eine Rundreise (fast) abseits des Whiskys

Von Georg  ·  September 2026  

Acht Tage, zwei Hotels, ein Reisebus – und zwei neue Flaschen im Koffer. Georg war mit seiner Frau auf Busrundreise durch Schottland, und obwohl Whisky offiziell gar nicht auf dem Programm stand, hat er ihn natürlich trotzdem gefunden: in Edinburgh, in Inverness, in Kingsbarns und vor allem in einem Pub in Aberdeen, der es mit 588 Flaschen in seine ganz persönliche Bestenliste geschafft hat.

So, die Kinder fahren also dieses Jahr mit anderen Jugendlichen nach Irland. Dann können die Eltern ja mal wieder zu zweit verreisen. Nach einigen Recherchen habe ich bei Trendtours die Busrundreise „Mystisches Schottland“ entdeckt.

Tag 1  ·  Anreise

Am 1. September machten wir uns also auf den Weg. Nach einer reibungslosen Anreise kamen wir abends in unserem ersten Hotel an.

Tag 2  ·  Edinburgh und die Kelpies

Am nächsten Morgen ging es dann wirklich los. Erste Station Edinburgh, das wir nach einer kurzen Stadtrundfahrt gleich mal allein erkunden konnten. Das Museum of Scotland bot uns interessante Einblicke in die Geschichte unserer Erde. Wir besuchten das „Geburtshaus“ von Harry Potter, die wahrscheinliche Vorlage für die Winkelgasse, und heimsten die ersten Souvenirs ein.

Nach einer stärkenden Mahlzeit in einem überwiegend von Einheimischen frequentierten Pub machten wir uns auf den Weg zu Cadenhead’s. Und dort wurde ich gleich fündig und nenne nun eine nur in diesem Shop erhältliche Flasche eines fünfjährigen Holyrood mein Eigen.

Fund Nummer eins: Holyrood, 5 Jahre, Cask Strength – exklusiv bei Cadenhead’s in Edinburgh.

Auf dem Rückweg zum Hotel durften wir dann noch die beeindruckenden Kelpie-Statuen bewundern.

Die Kelpies bei Falkirk – 30 Meter hohe Pferdeköpfe aus Stahl.

Tag 3  ·  Highlands, Oban und Loch Lomond

Der nächste Tag war vor allem von der atemberaubenden Landschaft der Highlands geprägt. Hoch sind die Berge ja nicht wirklich, aber trotzdem von einer rauen Schönheit, die einen sofort in ihren Bann zieht.

Highlands: nicht hoch, aber rau – und sofort in ihrem Bann.

Den Mittag verbrachten wir bei Fish and Chips im netten Küstenstädtchen Oban. Natürlich musste auch die Destillerie in Augenschein genommen werden. Ein sehr hübsches Gebäude. Innen ist es aber leider eher ein Shop für Standardabfüllungen von Diageo, und auf die Möglichkeit zum „Handfill“ (naja, an einem Hebel ziehen, damit der vorgefüllte Kolben seinen Inhalt in die Flasche entleert) für 130 £ habe ich dann auch dankend verzichtet.

The Oban Distillery, gegründet 1794 – außen hübsch, innen vor allem Shop.

Den Abschluss des Tages bildete eine kleine Schiffsrundfahrt auf dem Loch Lomond. Auf der Rückfahrt kamen wir dann noch an Glengoyne vorbei. Was ich bisher noch nicht gelesen hatte: Die Brennerei Glengoyne liegt in den Highlands, die Lagerhäuser auf der anderen Straßenseite in den Lowlands. Wenn einer eine Reise tut …

Tag 4  ·  Glasgow, Stirling, Aberdeen

Koffer packen, im Bus verstauen und ab nach Glasgow. Wir besuchten die Kathedrale und sahen die Stadt ansonsten nur vom Bus aus. Könnte sich aber lohnen, dort nochmal einen längeren Aufenthalt zu planen. Über Stirling ging es dann nach Aberdeen, zu unserem zweiten Hotel. Und in dieser Stadt hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, in einem schottischen Pub einen Dram zu trinken (oder zwei, oder drei).

Georgs Empfehlung: „The Grill“, AberdeenMitten in der Innenstadt von Aberdeen steht das Pub „The Grill“. Man hat dort die Auswahl aus 588 Flaschen aus aller Welt. Natürlich gibt es einige Standards, aber von fast jeder Destillerie auch etwas außergewöhnlichere Flaschen.Wir waren an drei Abenden dort – und würden jederzeit wieder hingehen.

588 Flaschen hinter dem Tresen: das Back-Bar-Regal im „The Grill“.

Tag 5  ·  Speyside (ohne Handy), Inverness und Loch Ness

Wie blöd bin ich eigentlich? Ausgerechnet bei der Fahrt durch die Speyside lasse ich mein Handy im Hotel liegen. Im Nachhinein war das aber gar nicht so schlimm, da ich feststellen musste, dass man auf dem Weg von Aberdeen nach Inverness direkt eigentlich nur an den Lagerhäusern von Strathisla und von Gordon & MacPhail vorbeikommt.

Wenigstens konnte ich in Inverness eine zweite Flasche ergattern. Badachro ist so klein und unbedeutend, dass ich noch nicht mal im umfangreichen Nachschlagewerk von whic von der Destillerie gelesen hatte. Im Moment verkaufen sie noch bei anderen Brennereien hergestellte Whiskys, die sie nach eigener Fassreifung als unabhängiger Abfüller unter dem Namen „Bad na h-Achlaise“ herausbringen. Bin gespannt, wann die erste eigene Abfüllung kommt.

Fund Nummer zwei: Bad na h-Achlaise (Badachro), Tuscan Oak – Highland Single Malt aus dem Fass eines Winzlings.

Einer der Höhepunkte kam dann an diesem Tag auch noch: die Ruine Urquhart Castle am wunderschönen Loch Ness. Wir erwischten das beste Wetter der ganzen Woche, so dass wir den Ausblick von den erhabenen Mauern der Burg auf das funkelnde Gewässer so richtig genießen konnten.

Blick von Urquhart Castle über Loch Ness – bei bestem Wetter der Woche.

Zurück in Aberdeen machten wir uns nach dem Abendessen wieder auf den Weg ins „The Grill“. Und wir stellten fest, dass man einen Samstagabend in Aberdeen in diesem Leben erlebt haben muss.

Tag 6  ·  Braemar, Balmoral und Glamis Castle

Die Königsfamilie ist auch da, in Balmoral Castle. Gestern waren nämlich in Braemar die Highland Games. Das muss ein ganz schöner Menschenauflauf gewesen sein. Heute hingegen sind nur noch die Kreidemarkierungen an der Wettkampfstätte zu sehen. Dafür darf man aber einfach mitten durchs Stadion laufen. Auch nicht schlecht.

Weiter ging es nach Glamis Castle, in dem Queen Mum aufgewachsen ist. Fragt mich bitte nicht, wie der genaue Titel des aktuellen Earls lautet, das hab ich längst vergessen.

Glamis Castle – Kindheitsort von Queen Mum.

Zurück in Aberdeen besuchten wir zum dritten Mal „The Grill“. Der Unterschied zwischen Samstag und Sonntag könnte größer nicht sein.

Tag 7  ·  Ostküste, St Andrews und Kingsbarns

Auf Wiedersehen Aberdeen, wir kommen wieder.

Der letzte Tag der Rundreise führte uns an der Ostküste entlang. Nachdem wir noch einmal eine Ruine bewundern durften, kamen wir in die hübsche, aber doch etwas elitäre Stadt St Andrews. Endlich bekam meine Begleitung ihre ersehnten Scones mit Clotted Cream und Tee. Frau zufrieden, alles gut.

St Andrews: Scones, Clotted Cream, Tee – Mission erfüllt.

Der letzte Programmpunkt war dann der Besuch bei Kingsbarns. Sagen wir mal so: Es gibt sicher schönere, bekanntere, interessantere und mystischere Brennereien. Aber eine Destillerie-exklusive Abfüllung musste natürlich trotzdem her, und das erstbefüllte Fass übt auch eine gewisse Faszination aus.

Kingsbarns, Fife: Georg am „First Cask Filled“, März 2015.

Tag 8  ·  Heimreise

Nach einem langen Rückreisetag kamen wir glücklich, zufrieden und um einige Erfahrungen reicher wieder zu Hause an. Und wir fühlen uns von Schottland herzlich eingeladen, wiederzukommen. Es gibt ja noch so viel zu sehen.

„Haste ye back“ – Schottland lädt zum Wiederkommen ein.

Georg

Kurz und knapp – Georgs Whisky-Bilanz der ReiseMitgebracht: Holyrood 5 Jahre (Cadenhead’s-Exklusivabfüllung, Edinburgh) · Bad na h-Achlaise „Tuscan Oak“ von Badachro (Inverness) · Kingsbarns Destillerie-exklusive Abfüllung (Fife).Pub-Tipp: „The Grill“, Aberdeen – 588 Flaschen, samstags laut, sonntags leise.Gespart: 130 £ für den Oban-„Handfill“ am Hebel.Gelernt: Glengoyne brennt in den Highlands und lagert auf der anderen Straßenseite in den Lowlands.Für das nächste Mal: Glasgow länger, Speyside mit Handy.

Share the Dram – Share the Bond

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