Zurück zum Ursprung: Wie aus virtuellen Tastings unsere Blind Tasting Challenge wurde

Es gibt Ideen, die entstehen aus einer besonderen Situation heraus – und bleiben, weil sie mehr sind als nur eine Übergangslösung. – Genau so war es bei uns.

Vor einigen Jahren, in der Corona-Zeit, waren persönliche Treffen, gemeinsame Abende und klassische Tastings nur sehr eingeschränkt möglich. Für viele bedeutete das Stillstand. Für uns war es vielmehr der Moment, neue Wege zu gehen. Aus dieser Zeit heraus haben wir bei The Taste Buddys mit virtuellen Tastings begonnen. Was zunächst aus der Situation geboren wurde, entwickelte schnell eine ganz eigene Dynamik und Atmosphäre.

In diesem Rahmen entstand damals auch das, was wir intern und in der Runde als virtuelles Tasting bezeichnet haben. Dahinter steckte weit mehr als nur ein alternatives Tasting-Format. Es war die bewusste Entscheidung, Whisky einmal anders zu erleben:

Losgelöst von bekannten Flaschendesigns, großen Namen, Markenbildern und den oft sehr schnellen Vorurteilen, die viele von uns – ganz unbewusst – bereits beim ersten Blick auf ein Label entwickeln.

Schon damals war ein wesentlicher Reiz, dass wir viel über das Fass, den Stil und die Abfüllung erschmecken, erraten und diskutieren mussten. Genau dieses Element des Rätselns, Vergleichens und unvoreingenommenen Wahrnehmens hat den besonderen Charakter dieser Tastings ausgemacht. Man musste sich auf das Glas konzentrieren, – nicht auf den Namen, – nicht auf die Destillerie, nicht auf die Erwartungen, die man vielleicht schon seit Jahren mit einer bestimmten Marke verbindet.

Warum wir das Konzept jetzt weiterentwickeln

Heute brauchen wir die virtuellen Formate in dieser ursprünglichen Form nicht mehr. Persönliche Treffen sind wieder möglich, gemeinsame Events haben wieder ihren festen Platz, und das Live-Erlebnis steht erneut im Mittelpunkt. Aber mit dem Ende dieser Notwendigkeit verschwindet nicht automatisch die Idee, die darin entstanden ist.

Im Gegenteil:
Wir wollen genau an diesem Ursprung wieder ansetzen und den Kern dieser Erfahrung bewusst weiterführen.

Denn die wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit war für uns:
Blindes Verkosten verändert den Blick auf Whisky.
Es nimmt Tempo aus der Bewertung heraus. Es zwingt dazu, genauer hinzusehen, bewusster zu riechen und ehrlicher zu schmecken. Es macht neugierig, es fordert heraus und es öffnet den Raum für Abfüllungen und Destillerien, denen man sonst vielleicht nie eine echte Chance gegeben hätte.

Viele Whiskyfreunde kennen das: Bestimmte Namen erzeugen sofort Sympathie oder Skepsis. Manche Destillerien liebt man, andere sortiert man gedanklich schnell aus. Blind verkostet verschwinden diese Schubladen. Was zählt, ist nur noch der Inhalt im Glas. Danke hier auch unseren Taste Buddy Berni, der dies immer stark in den Fokus gerückt hat.

Die neue Idee, – Die Blind Tasting Challenge

Aus genau diesem Gedanken heraus entsteht jetzt bei The Taste Buddys die Blind Tasting Challenge.

Dieses Format ist keine bloße Wiederholung vergangener Tastings, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Künftig werden ausgewählte Flaschen in 0,5-l- und 0,7-l-Formaten, jeweils in unpeated und peated, in ein eigenes Blind-Konzept überführt. Die Originalflaschen und ihre Markenwirkung treten bewusst in den Hintergrund. Stattdessen kommen von uns entwickelte, eigene Labels zum Einsatz, auf denen nur noch wenige Informationen zu finden sein werden.

Das bedeutet:
Keine optische Vorprägung durch bekannte Verpackungen.
Keine spontane Einordnung über Destillerienamen.
Keine schnelle Entscheidung aufgrund von Image oder persönlicher Erwartung.

Stattdessen beginnt alles wieder dort, wo ein echtes Tasting beginnen sollte:
beim Auge, bei der Nase und am Gaumen.

Was wir mit diesem Format erreichen möchten

Die Blind Testing Challenge soll mehr sein als nur ein Spiel oder eine nette Abwechslung im Tasting-Alltag. Sie verfolgt für uns einen ganz klaren Gedanken.

1. Offenheit für neue Destillerien und Stilrichtungen

Nicht jede Flasche spricht uns auf den ersten Blick an. Manche Destillerien haben einen Ruf, der polarisiert. Andere werden schlicht übersehen, durch das Blindformat geben wir genau diesen Whiskys eine faire Bühne. Jeder Dram bekommt dieselbe Chance – unabhängig von Name, Hype oder Herkunft.

2. Schärfung der Sinne

Wer blind verkostet, probiert anders. Man konzentriert sich stärker auf Farbe, Viskosität, Aromen, Struktur, Mundgefühl und Nachklang. Plötzlich werden kleine Nuancen wichtiger, dass Tasting wird intensiver, ehrlicher und oft auch überraschender.

3. Weniger Kopf, mehr Wahrnehmung

Sobald ein Name auf der Flasche steht, läuft im Kopf oft schon ein ganzes Programm ab: Frühere Erfahrungen, Vorlieben, Abneigungen, Bewertungen aus der Szene oder Preisbilder. Blindes Verkosten reduziert genau diesen Einfluss und bringt die Aufmerksamkeit zurück auf das unmittelbare Erlebnis.

4. Gemeinsames Rätseln und Erleben

Ein Blind Tasting lebt auch vom Austausch. Was ist das für ein Fass? Könnte es ex-Bourbon sein? Ist da Sherry im Spiel? Welche Altersklasse vermuten wir? Handelt es sich eher um eine bekannte Brennerei oder um etwas völlig Unerwartetes? Genau diese Gespräche machen ein Tasting lebendig und schaffen oft die schönsten Momente des Abends.

Eigene Labels als Teil der Identität

Ein besonderer Bestandteil dieses neuen Formats sind unsere eigenen Labels, die wir eigens für diese Reihe entwickelt haben. Sie sind nicht nur funktional, sondern Ausdruck eines Konzepts: weniger Ablenkung, mehr Fokus auf den Whisky selbst. Danke auch hier an unseren Grafiker Thorsten.

Mit diesen Labels schaffen wir ein wiedererkennbares Erscheinungsbild für unsere Blind-Abfüllungen und geben dem Format eine eigene Identität innerhalb von The Taste Buddys. Künftig sollen diese Bottlings bzw. umgelagerten Tasting-Flaschen fest in unserem Line-up erscheinen und damit auch langfristig ein wiederkehrender Bestandteil unserer Tastings werden.

Der nächste Schritt: Onsite in 2026

Ein besonderer Meilenstein ist bereits gesetzt:
Für 2026 ist ein Onsite-Tasting mit 8 Flaschen geplant, das vollständig als reine Blind Testing Challenge stattfinden wird.

Acht Whiskys.
Keine gewohnte Markenoptik.
Nur wenige Hinweise auf dem Label.
Volle Konzentration auf das, was im Glas passiert.

Dieses Tasting soll genau das verkörpern, was die Idee ausmacht: Neugier, Offenheit, Spannung und das bewusste Erleben eines Whiskys jenseits von Vorprägung und Etikett.

Eine Idee mit Ursprung – und Haltung

Die Grundidee zu diesem Format stammt von Ralf, dem Gründer der Taste Buddys. Sie knüpft an das an, was The Taste Buddys von Anfang an ausgemacht hat: Whisky nicht nur zu trinken, sondern ihn gemeinsam zu entdecken, darüber zu sprechen, ihn zu hinterfragen und auch die eigene Wahrnehmung immer wieder neu zu schulen.

Für uns ist die Blind Testing Challenge deshalb nicht einfach nur ein weiteres Tasting-Format. Sie ist in gewisser Weise eine Rückkehr zum Ursprung – und gleichzeitig ein bewusster Schritt nach vorne.

Weniger Etikett.
Weniger Vorurteil.
Mehr Glas.
Mehr Sinneserlebnis.
Mehr ehrliche Entdeckung.

Wir freuen uns darauf, dieses Format weiter auszubauen und gemeinsam mit euch zu erleben, wie spannend Whisky dann wird, wenn man ihn nicht zuerst mit dem Kopf, sondern mit den Sinnen bewertet.

The Taste Buddys – Blind Tasting Challenge.
Zurück zum Ursprung und genau deshalb bereit für den nächsten Schritt.

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